Internationale Institutionen 50 Jahre nach Bretton Woods

Bezeichnung Wert
Titel
Internationale Institutionen 50 Jahre nach Bretton Woods
Medienart
Verlag
Ort
Münster
Jahr
Umfang
346 S.
Schlagwort
Annotation
Ein beeindruckender Abriß von Elmar Altvater über die "Ordnung rationaler Weltbeherrschung" durch das kapitalistische Akkumulationsmodell der Neuzeit und seine Folgen für die Natur eröffnet diesen Band der vierteljährlich erscheinenden Zeitschrift der in Berlin ansässigen Vereinigung zur Kritik der politischen Ökonomie. Als Trends arbeitet Altvater die Spaltung in Extraktions- und Produktionsökonomien sowie die Verschärfung der weltweiten Konkurrenz um Märkte (mit dem Wandel der Nationalstaaten zu "Wettbewerbsstaaten") ebenso heraus wie die Überlastung der Natur entsprechend dem Entropiegesetz als den modernen kapitalistischen Gesellschaften immanentes Prinzip, dem - mit Blick auf den Nord-Süd-Konflikt - deren Rationierung im Sinne der "Habenden" folgen werde. Als Alternative sieht der kritische Ökonom die Herausarbeitung einer "Theorie der ökologischen Gerechtigkeit" Umgesetzt werden soll diese durch eine den Funktionsverlust der Nationalstaaten kompensierende transnationalisierte Zivilgesellschaft. Als "falsches Versprechen" bezeichnet Altvater das Konzept der "Sustainibility", sofern diese vorgibt, daß es dabei nur Gewinner geben werde und niemanden, der zurückstecken muß. Die zukünftige Rolle internationaler, nichtstaatlicher (Umwelt)-Organisationen beleuchtet Karl Bruckmeier; auch er sieht die Hoffnung in einer "grassroots world order", wobei er Chancen und Grenzen der NROs (Nicht-Regierungsorganisationen) aufzeigt. Der Friedensforscher Ulrich Albrecht bereichert die aktuelle Diskussion über die Rolle der Vereinten Nationen im Bereich der Friedenssicherung, indem er über das stark gestiegene Engagement der UNO in konkreten Konfliktherden hinaus - seit 1989 gab es mehr UN-Einsätze als in den 40 Jahren zuvor - (weiterhin) die Beseitigung der strukturellen Konfliktursachen einfordert (Akzentuierung des Nord-Süd-Konfliktes sowie globaler Umweltkonflikte statt "Kurieren von Symptomen"). Schließlich beschäftigen sich weitere Beiträge mit den Möglichkeiten von Militärinterventionen.