Die Werbelawine

Bezeichnung Wert
Titel
Die Werbelawine
Untertitel
Angriff auf unser Bewußtsein
Medienart
Person
Verlag
Ort
München
Jahr
Umfang
279 S.
Schlagwort
Annotation
PZ 3/91*Eicke, seit 38 Jahren in der Werbebranche, analysiert das "39.000.000.000-Mark-Imperium" (d.i. der vierfache Umsatz des gesamten deutschen Buchhandels) weniger im Hinblick auf die volkswirtschaftlichen als auf die politischen und gesellschaftlichen Aspekte: Wenn Zeitungen und Zeitschriften aus Abhängigkeit von Inserenten mehr oder weniger freiwillig Selbstzensur üben, wohin entschwindet da die Freiheit der Meinungsäußerung? Wenn Filmproduzenten (nicht nur in den USA) ihre Drehbücher auf den Rhythmus der Werbeeinschaltungen abstimmen müssen, wohin entschwindet da die Freiheit der Kunst? Was bedeutet es für das Bewußtsein von vielen (amerikanischen) Kindern, wenn sie bis zum Erreichen des College-Alters durchschnittlich 200.000 Werbespots gesehen haben, ansonsten aber funktionale Analphabeten sind? Anhand vieler Beispiele veranschaulicht der Autor den mehr oder weniger subtilen Einfluß der Werbewirtschaft auf die Medienstruktur. Wenn 1994 bei der Fußball-WM in den USA beide Halbzeiten jeweils nach 25 Minuten zugunsten der Werbung unterbrochen werden, hätte die Werbelobby ein weiteres deklariertes Ziel erreicht. Ob Eickes Plädoyer für eine "soziale" statt einer "freien" Marktwirtschaft gehört werden wird, erscheint fraglich: Die, die das Buch lesen sollten, werden es nicht lesen. Daß die Werbebranche unter einem eklatanten Theoriedefizit "leidet", läßt die Praktiker kalt, solange die Umsätze stimmen. Daß viele Leute von dieser Art Werbung nichts sehen/hören wollen, bleibt unbemerkt, solange sie sich gegen ihre Zwangsbeglückung nicht wehren.