Vergessene Wege

Bezeichnung Wert
Titel
Vergessene Wege
Untertitel
der Schwarzataler Entweg
Verfasserangabe
Fritz Maywald
Medienart
Sprache
Person
Auflage
1. Aufl.
Verlag
Ort
Göttschach
Jahr
Umfang
96 S.
ISBN10
3-9502233-5-5
ISBN13
978-3-9502233-5-4
Schlagwort
Annotation
Angaben aus der Verlagsmeldung Vergessene Wege : Der Schwarzataler Entweg / von Fritz Maywald Über dieses Buch 2005 habe ich nach einigen wenigen Hinweisen in lokalen Heimatbüchern die ersten Teile dieses Weges gefunden – ohne ihn zu suchen. Im Jahr 2006 habe ich ihn systematisch erforscht, mit Hilfe der einzigen umfassenden Veröffentli-chung des ehemaligen Penker Volksschuldirektors Johann Danzer (+ 1985) von 1965 und einigen Hinweisen aus der Umgebung. Ich wohne übrigens ziemlich genau im Verlauf des Entweges, etwa 30 Höhenmeter oberhalb von Göttschach, es ist also wirklich „mein Weg“. Der Teil des Entweges, der vom Schwarzatal ins Pittental verläuft, geht völlig eben mit gerade einmal +/- 50 Höhenmetern Differenz über eine Strecke von etwa 23 km verteilt dahin. Beim Pittental ist er keineswegs zu Ende, denn er führt von Kirchau ins Haßbachtal hinein und auf der gegenüberliegenden Seite wieder hinaus, um den Kulmriegel herum und endet schließlich im Feistritztal. Der von mir begangene Teil ist also gerade einmal etwas mehr als 1/3 des Ge-samtweges – sofern es überhaupt ein Weg war. Der Entweg wird ein einziges Mal urkundlich erwähnt: 1144 im Kodex des Klosters Formbach – die Formbacher waren die Gründer das Klosters Gloggnitz. Dort wird er bereits als „antiskenwek“, also als alter Weg, erwähnt, muss also wohl über 1000 Jahre alt sein. Wer ihn gebaut hat, wann er gebaut wurde und zu welchem Zweck, das liegt im Dunkel der Geschichte. Die Ver-mutung, es seien die Römer gewesen, ist nicht belegbar, so bleibt mehr als ein Jahrtausend Spielraum – von den Kelten bis zu den Babenbergern. Man muss sich eines vor Augen halten: Das Tal der Schwarza von Neukirchen bis Gloggnitz war zu dieser Zeit dichter Urwald mit wenigen verstreuten Sied-lern. Hier gab es weder befestigte Städte, noch militärische Einrichtungen oder Bodenschätze. Und all jene, die sich hier angesiedelten hatten – Kelten, Rö-mer, Germanen, Awaren, Slawen, Bayern, Franken – hatten Angst, nicht vor irgendeinem Herrscher, sondern vor ihren Nachbarn – und vor dem Wald, denn hier herrschten Räuber, hierher hatten sich Verfemte und Vogelfreie zurückge-zogen. Ich bin wohl insgesamt in vielen Etappen an die 40 bis 50 Stunden den Weg entlanggegangen, habe ihn immer wieder verloren, mehr oder weniger mühsam wiedergefunden, stundenlang durch menschenleere Wälder und Gräben strei-fend – da kommen eine Menge Gedanken und setzen sich fest. Es lag also nahe, zusätzlich zu diesem heimatkundlichen Buch auch ein nachdenkliches Buch zu schreiben – „Der Weg – Gedanken über das Suchen und Finden“, auch erschienen bei Edition Zaunreiter 2007. In diesem Buch finden Sie auch viel mehr Fotos vom Entweg. Heute kennen noch wenige ältere Einwohner in den angrenzenden Gemeinden diesen Weg, das sind vor allem jene, die noch bei Johann Danzer in die Volks-schule Penk gegangen sind und die wenigen, die sich mit heimatkundlichen Themen beschäftigen. Bei meinen Recherchen kam ich zu einer interessanten Erkenntnis: Außerhalb heimatkundlicher Quellen, also alter Festschriften und Gemeindebüchern, gab es auch in 1000 Seiten dicken Dissertationen und wis-senschaftlichen Werken kaum neue Erkenntnisse. Selbst der Verlauf der Römerstraßen über Wechsel und Semmering ist bis heute nicht endgültig geklärt, ja nicht einmal deren Bestehen. So bleiben Ur-sprung und Zweck des Weges im Dunkel, aber der Weg selbst lebt und da er mindestens 1000 Jahre überstanden hat, wird er wohl noch weiterleben. Bei der nach 1960 geborenen Generation ist dieser Weg praktisch vergessen. Dieses Buch stellt keinen Anspruch darauf, alle vorhandenen Quellen abzubil-den – ich habe die Quellen verwendet, die mir zugänglich waren. Ich gehe auch nicht davon aus, dass ich hier neue Erkenntnisse oder gar die unumstößliche historische „Wahrheit“ vermittle. Es ist mir auch bewusst, dass am Ende dieses Buches keine logischen und unumstößlich Schlussfolgerung über Bau und Zweck des Entweges stehen kann. Dieses Buch ist ein Erlebnisbericht eines Neugierigen, der zwar nicht im Schwarzatal geboren ist, sich aber heute als Schwarzataler fühlt und etwas dazu beigetragen wollte, dass sich auch im 21. Jahrhundert weiter Menschen mit diesem Weg beschäftigen – oder seine Existenz wenigstens kennen. Wenn mir das gelungen ist, bin ich zufrieden und nehme auch missbilligendes Schulterzucken wissenschaftlich arbeitender Historiker gerne hin. Der Schwarzataler Entweg ist mindestens 1000 Jahr alt. Wer ihn gebaut hat und zu welchem Zweck, das ist ungewiss. 1144 das erst Mal als alter Weg urkundlich erwähnt, hat ihn der Penker Schuldirektor Josef Danzer 1965 umfassend beschrieben. Die Generation nach 1960 kennt ihn nicht mehr - und trotzdem ist er in großen Teilen noch da. Dieses Buch stellt nicht den Anspruch, ein wissenschaftliches Werk zu sein. Es schildert die Erlebnisse des Autors beim „Wiederfinden“ des Entweges und gibt einen leichtfasslichen Überblick über historische Hintergründe in unserem Raum. Dieses Buch liefert keine Lösungen. Einziges Ziel ist es, zu verhindern, dass der Schwarzataler Entweg in Vergessenheit gerät.Ein kulturhistorisches / heimatkundliches Buch, das eigentlich einen Reisebericht darstellt: Die "Reise" des Autors über einen uralten Weg, von dem heute noch große Teile bestehen. Daneben gibt der Autor auch eine Menge Hintergrundwissen über alte Straßen und die - vermutliche - Zeit der Erbauung dieses Weges, das frühe Mittelalter, wieder. Alles leicht lesbar und spannend geschrieben, mit detaillierten Wegbeschreibungen. Landkarten und Wandervorschlägen. Ein Erlebnisbericht ohne den Anspruch, wissenschaftlich zu sein.
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