Scheidewege. Jahresschrift für skeptisches Denken

Bezeichnung Wert
Titel
Scheidewege. Jahresschrift für skeptisches Denken
Medienart
Person
Verlag
Ort
Baiersbronn
Jahr
Umfang
386 S.
ISBN10
3-925158-13-8
Schlagwort
Annotation
Seit Jahren bietet die "Jahresschrift für skeptisches Denken" zwar unspektakuläre, dafür aber geistreiche und bedenkenswerte Texte zu ebenso aktuellen wie zeitlosen Themen. Neben bekannten Namen findet man immer wieder auch solche, die mit ihren "Einwänden und Einsichten" noch nicht einem breiten Publikum geläufig sind. Gleich zu Beginn gilt der Dank Carl Amerys jenen, die bereit sind, "Erwägungen über etwas bedeutendere Zeitstrecken" als bis zum nächsten Wahltermin, bis zur nächsten Aktionärsversammlung oder bis zur nächsten Radarfalle anzustellen. In seinen Überlegungen gibt er der Hoffnung Ausdruck, daß der Mensch die Krone der Schöpfung bleiben kann, was voraussetzt, daß "er weiß, daß er sie nicht ist". Der Chemiker und Wissenschaftskritiker Erwin Chargaff widmet sich der Bioethik und anderen Missetaten wie genetisch veränderten Sojabohnen oder den Bemühungen zur "Abschaffung des Todes". Er gibt zu bedenken, daß alles, was mit dem Lebendigen zu tun hat, "an Bereiche rührt, die wir nicht zu überschauen, ja nicht einmal zu nennen vermögen" (S. 25). Ein alter Bekannter aus den "Scheidewegen", der Buchhändler und Schriftsteller Jürgen Dahl, macht sich Gedanken über die Eiche in der Deutschen Geschichte bis hin zum aktuellen Waldschadensbericht. Die sonst so dauerhafte und ausdauernde Eiche vermag, so Dahl, den Angriffen der Boden- und Luftgifte nicht standzuhalten. Sie ist ihm Symbol für das, "was wir in Habgier und Erfolgslust und ahnungsloser Verwegenheit, oft freilich auch wissend, in dieser Welt ruiniert haben" (S. 231). Von den insgesamt 21 Beiträgen seien noch Till Bastians Beschäftigung mit "Stadtkultur als Chance - Geschichte der mitteleuropäischen Stadtkultur", Günter Altners Suche nach Grundsätzen und Perspektiven einer neuen ökologischen Ethik sowie Jörn Krafts "Vom Wohlstand zum Notstand" und Ernst U. v. Weizsäckers "Wer fällt in die Globalisierungsfalle?" erwähnt.