Graubart Boulevard
| Bezeichnung | Wert |
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| Titel |
Graubart Boulevard
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| Verfasserangabe |
Christoph W. Bauer
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| Medienart | |
| Person | |
| Verlag | |
| Ort |
Innsbruck
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| Jahr | |
| Umfang |
295 S.
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| ISBN10 |
3-85218-572-6
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| ISBN13 |
97838521857
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| Schlagwort | |
| Annotation |
Judenverfolgung in Innsbruck - Opfer und Täter, exemplarisch dokumentiert am Schicksal einer Kaufmannsfamilie. Im Zuge des Novemberpogroms 1938 wird in Innsbruck der jüdische Kaufmann Siegfried Graubart von einem Rollkommando der SS ermordet. Der Autor versucht, nicht nur den Tathergang zu rekonstruieren. Er recherchiert eingehend die Familiengeschichte der Graubarts und ebenso die personelle Bestückung der braunen Szene in Innsbruck. Anhand von Originaldokumenten und Briefen, Archivmaterial sowie Gesprächen mit Überlebenden wird der Weg vom galizischen Brody nach Innsbruck im ausgehenden 19. Jahrhundert nachgezeichnet, verbunden durch knappe, eher distanzierende Erzählpassagen. Zugleich entsteht damit ein sozialgeschichtliches Bild Innsbrucks von diesen Tagen bis zum Zweiten Weltkrieg, wird doch damit auch das Anwachsen des herrschenden Antisemitismus und dann des Nationalsozialismus aufgezeigt. Die Nacht vom 9. zum 10. November 1938 ist der Kulminationspunkt, doch bleibt die Zeit danach nicht minder dramatisch. Dem Schicksal der Graubarts, Vertreibung, Exil bis nach Übersee, stehen die recht glimpflichen Folgen für die Täter gegenüber, hier offenbaren sich Unbeholfenheit und Laxheit der Behörden. Das Buch erscheint mit Empathie, aber nicht weniger mit Objektivität geschrieben. Dieser authentisch dargestellte Einzelfall ist ein bezeichnendes Beispiel für Geschehnisse in einer unheilvollen Zeit. *bn* Heinz Steuer
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