Die jüngste Zeit

Bezeichnung Wert
Titel
Die jüngste Zeit
Untertitel
Erzählungen
Verfasserangabe
Verena Gotthardt
Medienart
Sprache
Person
Auflage
1. Auflage
Verlag
Ort
Göttingen
Jahr
Umfang
141 Seiten
ISBN10
3-8353-6029-9
ISBN13
978-3-8353-6029-7
Schlagwort
Annotation
»In den Himmel zeichnen. Mit der Hand etwas in den Himmel zeichnen, flüstere ich. So viel und so oft es geht. Und er hört es nicht. Kann es noch so laut denken.« Die Erzählungen dieses Bandes sind lyrisch verdichtete Erkundungen von Erinnerung, Zeit und Vergänglichkeit. In poetischer Sprache und fragmentarischer Form nähern sich die Texte jenen Momenten, in denen sich die Welt verlangsamt: ein leerer Platz, ein aufbrechender Himmel, das Schweigen zwischen zwei Menschen. Es geht um das Innehalten, das Hinsehen, das tastende Denken – sei es beim Betrachten von Fotografien, dem Erkunden der Familiengeschichte oder beim Entschluss des Protagonisten eines Morgens, nicht mehr aufstehen zu wollen. Die Figuren sprechen selten laut, oft nur in Gedanken, in inneren Monologen, die wie dünne Fäden durch wechselnde Landschaften führen – Städte, Felder, Züge, das Meer. Im Zentrum steht die Frage, wie sich das Vergangene im Gegenwärtigen abzeichnet und welche Spuren wir in einer sich ständig wandelnden Welt hinterlassen. Immer wieder kehrt das Motiv der Zeichnung in den Himmel zurück – als Geste des Festhaltens, des Erinnerns, des Widerstands gegen das Verschwinden. Der Band bewegt sich zwischen Lyrik und Prosa, Traum und Realität, Sprache und Stille. Die Prosastücke sind zurückhaltend, beobachtend, fast flüsternd. Der Band versteht sich als literarische Spurensuche: nach Sprache für das Unsagbare, nach Bildern für das, was vergeht, und nach Formen für das, was bleibt.
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