Die Verwestlichung der Welt

Bezeichnung Wert
Titel
Die Verwestlichung der Welt
Untertitel
Essay über die Bedeutung, den Fortgang und die Grenzen der Zivilisation
Medienart
Person
Verlag
Ort
Frankfurt/M.
Jahr
Umfang
160 S.
ISBN10
3763801373
Schlagwort
Annotation
Der Westen ist nicht mehr geographisch oder historisch zu verorten, er wird auch von keinem System gemeinsamer Überzeugungen getragen, allein die drei Säulen der Moderne, die Wissenschaft als "neue Gottheit", die Technik als "seelenlose Maschine" und die Ökonomie des Industrialismus als "unwiderstehlicher Drang zum Produzieren" - so Serge Latouche - geben ihm seine Kontur. Nachhaltiger als die kolonialistische Ausbeutung habe sich das Bild dieses "Fortschritts", das alles Nicht-Westliche als "rückständig" und "unterentwickelt" abtut, weltweit in den Köpfen der Menschen festgesetzt. Pointiert und reich an Beispielen beschreibt der französische Autor den "kulturellen Imperialismus" des Westens und dessen Folgen für die Dritte Welt: Zerstörung sozialer Strukturen und autochtonen Wirtschaftens, Urbanisierung und Entwurzelung, Verlust der eigenen Identität und "Entzauberung" der Welt durch die "Verinnerlichung des Blicks des Anderen". "Der Zugang zur Moderne bedeutete das Ende der Kulturen und den Sieg der Zivilisation", ist Latouche überzeugt, doch diese zeitige mehr Verlierer als Gewinner. Kleinen, reichen Oberschichten in den Metropolen des Südens steht das große Heer der Ausgegrenzten und Habenichtse gegenüber. Die Grenzen oder gar das Scheitern der Verwestlichung der Welt sieht der Autor folgerichtig im ökonomischen Mißerfolg, also in der nichtgelungenen "Verwestlichung der Lebensstandards".