Alpakas, Agate und mein neues Leben

Bezeichnung Wert
Titel
Alpakas, Agate und mein neues Leben
Verfasserangabe
Erin Bow ; aus dem Englischen von Ute Mihr
Medienart
Sprache
Person
Verlag
dtv
Ort
München
Jahr
Umfang
394 Seiten
ISBN13
978-3-423-64124-1
Schlagwort
Annotation
Quelle: 1000 und 1 Buch (http://www.1001buch.at/);
Autor: Franz Lettner;
Vermutlich ist es für die allermeisten Menschen egal welchen Alters eine Horrorvorstellung, an einem Ort zu leben, an dem es kein Mobilfunknetz, kein Internet und weder Fernseh- noch Radioempfang gibt. Für Simon und seine Familie ist das dagegen ein entscheidender Grund, nach »Augen-zu-und-durch«(AZUD) in Nebraska zu ziehen. Die kleine Stadt der Erzähler behauptet, sie heiße wirklich so liegt in der National Quiet Zone, der Schutzzone funktechnischer Anlagen. Die meisten der dort und in der unmittelbaren Umgebung lebenden Menschen gehören entweder dem »Team Wissenschaft«oder dem »Team Farm«an. Zu ersterer gehören die Astrophysiker:innen, die in der Nähe von riesigen Radioteleskopen etwa dem »großen Ohr« auf Signale aus den Weiten des Universums warten. Zur zweiten Gruppe zählen jene, die davon überzeugt sind, dass Funkwellen jedwelcher Art einem das Gehirn verbrutzeln und man hier, wo sogar Mikrowellen verboten sind, bestens aufgehoben ist. Und zum Beispiel Emus züchten kann.
Dass Simon noch nicht recht weiß, zu welchem Team er gehört, ist ein Grund für Agate, ihn als Freund auszuwählen. Das Mädchen schert sich wenig um Zugehörigkeit. Sie arbeitet fröhlich auf der Farm ihrer liebenswert chaotischen Schafzüchter-Familie mit, ist aber auch neurodiverser Wissenschafts-Nerd und zudem immer an ekel¬erregenden Fakten interessiert. Diesbezüglich kann ¬Simon einiges bieten, schließlich hat seine sehr patente und schwarzhumorige Mutter das hiesige Bestattungsunternehmen »Gemetzel & Söhne«übernommen der Erzähler behauptet, es heiße wirklich so.
Das alles klingt, als hätten wir es in Erin Bows »Alpakas, Agate und mein neues Leben«(im Original einfacher: »Simon Sort of Says«) mit einer unterhaltsamen Kleinstadtkomödie mit skurriler Figuren zu tun. Und so ist es auch: Es gibt jede Menge Slapstick (verantwortlich dafür sind unter anderem ein Pfau im Vorgarten von »Gemetzel & Söhne«, zwei Alpakas bei einer Tiersegnung, das s.g. Jesus-Eichhörnchen oder eine abhanden gekommene Leiche) und erheiternde Dialoge. Aber es gibt eben auch ein schreckliches Ereignis in Simons Vergangenheit, von dem niemand in AZUD wissen soll. Es ist nicht nur der Grund für den Umzug der Familie, sondern auch Ursache für Simons Posttraumatische Belastungsstörung und seine Panikattacken. Dieses schreckliche Geheimnis hält auch für die Lesenden lange die Spannung hoch. Dafür sorgt darüberhinaus auch ein Plan, mit dem Agate die Sehnsucht der Wissenschaftler nach einem Beweis für extraterrestrisches Leben stillen will
Die in Kanada lebende Autorin, die Physik und Kreatives Schreiben studiert hat, bringt in ihrem in den USA mehrfach ausgezeichneten Roman große Tragik und schräge Komik gelungen zusammen, sie nimmt das eine nicht auf die leichte Schulter und sorgt dafür, dass das andere heilend wirkt. Beides kommt den Leser:innen in der ausgezeichneten Übersetzung von Ute Mihr sehr zugute.

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Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html);
Autor: Simone Weiss / STUBE;
Kein Fernsehen, kein Radio, kein Internet: Was für viele ein Alptraum wäre, ist Simons Chance auf einen Neuanfang. (ab 11) (JE)
In der »National Quiet Zone« der USA, in die Simon mit seinen Eltern zieht, weiß niemand von dem Amoklauf an seiner Schule zwei Jahre zuvor. Oder davon, dass Simon als einziger aus seiner Klasse überlebt hat. Er hält in der neuen Schule Abstand zu den anderen Kindern, aber lernt trotzdem bald die eigenwillige Agate kennen, die ihm ihren geheimen Plan anvertraut: Sie will ein Schallsignal so manipulieren, dass es von den Radioteleskopen der Kleinstadt als Botschaft aus dem All erkannt wird. Die nötigen Berechnungen hat Agate schon angestellt. Was noch fehlt, ist ein Gerät, um die Wellen zu emittieren. Und hier kommt Mitschüler Kevin ins Spiel, der als einziger in der Stadt über eine Mikrowelle verfügt. Aber während Simon sich in der Gegenwart einlebt, holt ihn seine Vergangenheit ein und seine tragische Rolle beim Amoklauf wird aufgedeckt ...
Simons Vater ist katholischer Diakon, seine Mutter Bestatterin der Tod und das Danach sind vertraute Themen in der Familie, was dem Protagonisten Halt und den Leser*innen so manches Schmunzeln schenkt. Als Simon feststellt, dass seine neuen Freund*innen seine traumatische Vergangenheit akzeptieren und ihn behandeln wie zuvor, wagt er langsam, sich und der Welt wieder zu vertrauen.
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Antolin Antolin Klasse: 6 Zum Antolin Quiz