Jurek findet sein Glück
| Bezeichnung | Wert |
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| Titel |
Jurek findet sein Glück
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| Verfasserangabe |
Erwin Moser, Heinz Janisch
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| Medienart | |
| Person | |
| Verlag | |
| Ort |
Weinheim
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| Jahr | |
| Umfang |
circa 40 Seiten
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| ISBN13 |
978-3-407-75955-9
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| Annotation |
Rezension aus 1001 Buch, 3/2025: »Jurek ist einer, der gern unterwegs ist. Weil er nicht lange an einem Ort bleibt, wohnt er an vielen Orten.« So beginnt das Bilderbuch, dessen Aquarelle, ursprünglich 1978 entstanden, aus dem Nachlass von Erwin Moser (19542017) stammen und von Ruth Moser mit großer Hingabe und Sorgfalt verwaltet wurden. Heinz Janisch (*1960), Andersen-Preisträger und langjähriger Freund des Künstlerpaares, hat die Bilder mit einem stillen, poetischen Text begleitet in einer Sprache, die Raum lässt, Ruhe vermittelt und dem Wunsch nach Sinn, Freiheit und Zugehörigkeit sanft Ausdruck verleiht. Die Geschichte entfaltet sich in kurzen Episoden: Jurek ist ein Wanderer, ein Sinnender. Er streift durch Kürbisfelder, verliert sich in einer Allee mit Gänsen, erntet Wein, reist ans Meer, träumt von Nähe, ist mit Kindern zusammen oder sitzt allein in einer Kirche. Ihn umgibt stets eine feine Melancholie, eine stille Sehnsucht. Erst als er sich einem Zirkus anschließt, ändert sich sein Leben: Er wird Clown, erkrankt, und Mina, Messerwerferin im Zirkus, pflegt ihn gesund. Sie wird seine Gefährtin, schenkt ihm ein Zuhause und ein Kind. Am Ende steht ein Blick aufs Meer Jurek mit seiner Familie im Sonnenuntergang. Ein berührender Abschluss. Die Bildsprache zitiert romantische Motive Jurek, an einen Baum gelehnt mit Blick auf das weite Blau, erinnert unweigerlich an Caspar David Friedrichs »Wanderer über dem Nebelmeer« (ca. 1817). Auch die Topografie ist vielschichtig: Obwohl verschiedene Orte vom Bauernhof über eine Klamm bis zum Strand angedeutet werden, verweisen Farben, Motive und der literarisch eher seltene Name Jurek eine slawische Form von Georg auf das Pannonische, Mosers Heimat. Auch die füllige Mina wirkt trotz ihres gefährlich klingenden Berufs vertraut und weich; sie evoziert Geborgenheit und Rückkehr. Dieses Bilderbuch wirkt entrückt, fast zeitlos als erzähle es von einer Welt jenseits des Digitalen, fern von Körpernormen, Moden und anderen Diskursen. Und gerade darin liegt seine Kraft: Es stellt Träume, Sehnsucht und das leise Glück ins Zentrum. Ein stiller, entschiedener Gegenentwurf zur Gegenwart und eine Einladung, wieder mehr zu fühlen.
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| Antolin |
Klasse: 3
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Klasse: 3
