Liebe Deinen Nächsten

Bezeichnung Wert
Titel
Liebe Deinen Nächsten
Untertitel
Roman
Verfasserangabe
Erich Maria Remarque
Medienart
Person
Reihe
Reihenvermerk
355/356
Auflage
Ungekürzte Ausg.
Verlag
Ort
Frankfurt/M. [u.a.]
Jahr
Umfang
393 S.; 18 cm
Schlagwort
Annotation
Das Leben, darum geht es in Remarques Roman "Liebe Deinen Nächsten". Er spielt in den Jahren 1937/38, als der Faschismus sich in Europa auszubreiten beginnt und viele Menschen aus ihrer Heimat vertreibt. Es geht um die, die tot sind, obwohl sie leben, weil sie das Elend nicht sehen oder sehen wollen, weil sie sich mit dem System abgefunden haben oder glühende Verehrer des Unrechts geworden sind oder weil sie sogar vom Elend und der Hilflosigkeit der Heimat- und Staatenlosen leben. Doch vor allem geht es um letztere, die leben, obwohl sie doch eigentlich tot sein müßten, deren wichtigste Worte: Versteck, Essen und Schlafstätte sind, die nichts besitzen außer ihrem Leben und ihrer Erinnerung an bessere Zeiten. Und ihrer Hoffnung. Diese brauchen sie am nötigsten.Egal, wieviel sie erdulden müssen, egal wie oft sie eingesperrt, erniedrigt und vertrieben werden, egal wie viele sie neben sich eingehen sehen, sie dürfen ihre Hoffnung nicht verlieren, wenn sie überleben wollen. Das sind auch die Worte, die Remarque seinem Roman voranstellt. Eindrucksvoll und voller Poesie beschreibt er die Geschichte einer Handvoll Emigranten, die, über halb Europa verstreut und durch nichts als ihr Schicksal verbunden, doch immer wieder aufeinander treffen und sich gemeinsam durch die bitteren Zeiten retten. Remarque erzählt von den Gefühlen seiner Helden, wenn sie irgendwo eingesperrt sind, wegen nichts anderem als daß sie geboren wurden, aber auch von ihren Gefühlen zueinander, von Liebe. Als Gesamtes ist das Werk einzigartig und von erschreckender Aktualität, gerade in bezug auf die Diskussion um das Asylrecht und die Flüchtlingsnöte in Tschetschenien und im Kosovo. Es ist voll von Aphorismen über die Grausamkeit aber auch die Liebe zwischen den Menschen. Es ist eine Hymne für Tolleranz, Freiheit, Menschlichkeit und Verantwortungsbewußtsein und erscheint mir darin noch gelungener als "im Westen nichts Neues".