Dein schöner Mund

Bezeichnung Wert
Titel
Dein schöner Mund
Untertitel
Roman
Verfasserangabe
Richler, Nancy
Medienart
Sprache
Person
Verlag
Ort
München
Jahr
Umfang
445 S.
Schlagwort
Annotation
Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html); Autor: Sieglinde Kohlbacher; Geschichte eines kurzen Lebens (1887-1912) vor dem Hintergrund der Russischen Revolution. (DR) Im sibirischen Straflager treiben Hunger, Kälte, Entbehrungen und Krankheit die junge Miriam fast an den Rand des Wahnsinns. Trotzdem schreibt sie ihre Lebensgeschichte für ihre Tochter nieder, die man ihr sofort nach der Geburt wegnahm. Gleich nach der Geburt Miriams nimmt sich ihre Mutter das Leben. Der Vater heiratet die mürrische Tsila und holt das Mädchen nach sechs Jahren, die es bei seiner Amme Lipsa zubrachte, in seine bescheidene Hütte am Rande des Schtetls in den weißrussischen Sümpfen zu sich. Die kluge Stiefmutter, eine begabte, aber nicht beliebte Schneiderin, ist unfähig, dem Kind Zuneigung, geschweige denn Liebe entgegenzubringen, lehrt sie jedoch pflichtbewusst Russisch, Hebräisch und Jiddisch in Wort und Schrift, und unterrichtet sie auch im Talmud. Miriam wächst zu einem sehr sensiblen, introvertierten und strenggläubigen Mädchen heran, das sich ständig nach Wärme und Liebe sehnt, die ihr der labile Vater nicht geben kann. Aberglaube und Tratsch verunsichern das intelligente Kind und die Bewohner des Schtetls lassen Miriam das "Anderssein" spüren. Fortan bestimmen die Auseinandersetzungen mit der toten Mutter, der Kampf gegen die Unterdrückung der Juden und ihre Arbeit in der "Bewegung" ihr Leben. Streiks, Demonstrationen und illegale Zusammenkünfte sind an der Tagesordnung bis sie schließlich im Gefängnis landet, wieder freigelassen wird und bei einer Razzia aus Notwehr einen Soldaten erschießt. So zerstört die Revolution nicht nur ihre Liebe zum Genossen Wolf - sie wird zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Roman hat zwei Erzählebenen: einmal das Leben im Straflager und rückblickend die Kindheit der Protagonistin. Die zahlreichen kursiv gedruckten jüdischen Namen und Ausdrücke, für die eine Erklärung im Anhang leider fehlt, verlangen von den LeserInnen einen erhöhten Grad an Aufmerksamkeit, der jedoch mit Spannung belohnt wird. - Ein lesenswertes, sehr zu empfehlendes Buch!
BEMERKUNG
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Übersetzung
Deutsch
Trägermedium
Band

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